Wie man eine Meisterprüfung schaffen kann

Gelungene Integration!

Junge Syrerin besteht Kosmetikerinnen-Meisterprüfung

Die Syrerin Rana erreichte am 28. Juli 2015  Deutschland. Es ist bemerkenswert, wie schnell sie und ihre  Familie sich in Idstein integrieren konnten. Die Flüchtlings- und Integrationshilfe gratuliert Rana sehr herzlich zur bestanden Meisterprüfung im Kosmetikgewerbe!

Hier ein Interview:

Wann haben sie beschlossen die Kosmetikerinnen-Meisterprüfung zu machen? Hat Sie seinerzeit Ihre Chefin ermutigt? Woher haben sie den Mut genommen, sich für diese Fortbildung anzumelden?

Als ich die staatliche Anerkennung meiner Berufsausbildung vom Präsidenten der Handwerkskammer erhalten hatte, ermutigte er mich dazu, die Meisterprüfung zu absolvieren…

Wie war der Anfang in der Schule?

Der Anfang war sehr, sehr schwer, weil ich nicht alles auf Deutsch verstehen konnte aber mit der Zeit und selbstständiges Lernen zu Hause konnte ich bis zum Ende der Fortbildung alles verstehen. In der Praxis hatte ich von Beginn an keine Schwierigkeiten gehabt.

Wie wurden sie von den Lehrern aufgenommen?

Die Lehrerin und die Schulleiterin waren sehr freundlich mit mir. Glücklicherweise hatte ich eine Mitschülerin aus dem Libanon. Wir hatten die Möglichkeit, uns in unserer Muttersprache auszutauschen.

Vor was hatten sie am meisten Angst?

Anfangs hatte ich in der Schule großen Respekt vor den schriftlichen Anforderungen in deutscher Sprache. Mit der Zeit ist dann die Angst weniger geworden. 

Wer hat ihnen am meisten geholfen alles zu verstehen?

Es war hilfreich, dass ich innerhalb des Unterrichtes immer Fragen stellen konnte! Alles andere konnte ich zu Hause selbst erlernen und verstehen.

Am meisten half mir aber meine langjährige Berufserfahrung.

Was haben Sie in Zukunft vor? Werden Sie das Kosmetikinstitut in Wörsdorf weiter führen?

Ja, auf jeden Fall. Ich bin auch sehr glücklich und zufrieden, dass es diese wunderbare Möglichkeit für mich gab.

Sehr wertvoll war für mich das große Vertrauen, dass mir meine ehemalige Chefin in Wörsdorf entgegengebracht hat. Wie sie wissen, konnte ich ihr Kosmetik-Institut übernehmen.

Wie erging es ihrer Familie in der Zeit, als Sie lernen mussten? Hatten Ihr Mann und Ihre drei schulpflichtigen Söhne Verständnis für diese  Fortbildung?

Ja, sie waren verständnisvoll und hilfsbereit. Allerdings musste ich, um mein Lernpensum zu erfüllen, morgens um 4.00 Uhr aufstehen. Mein Mann und meine Kinder hatten immer Verständnis für mich und haben mir auch im viel Haushalt geholfen.

Welche Fächer waren am schwersten?

Chemie! Dieses Fach war eine echte Herausforderung für mich!

Eine weitere Herausforderung war es meine Meister-Mappe zu erstellen. Eine liebe deutsche Freundin hat mich mir sehr geholfen, indem sie meine Arbeit Korrektur gelesen hat.

Haben sie manchmal daran gedacht aufzugeben?

Ja, habe ich! Meine Familie und meine Freunde haben mich jedoch dazu ermutigt weiterzumachen. Ich möchte auch allen danken, die mich ermutigt haben. Ich danke meiner Familie, meinen Freunden und aber auch meinen lieben Kundinnen, die mir immer wieder gesagt haben, dass ich diese Fortbildung schaffen kann.

Wie denken sie über die Zukunft?

Ich bin sehr zuversichtlich! Es ist ein so gutes Gefühl, diese Meisterprüfung bestanden zu haben. Nun habe ich vor, weitere Leistungen in meinen Kosmetik-Institut anzubieten. Es macht mir Freude alle Wünsche meiner Kundinnen erfüllen zu können.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich in Deutschland von vielen Seiten Hilfe bekommen habe. Besonders die Flüchtlings- und Integrationshilfe Idstein e.V. aber auch das Studentenwerk waren für mich und meine Familie da. Deutschland hat sehr viel für uns getan. Dafür bin ich, aber auch meine Familie sehr, sehr dankbar!

Das Interview führte Traudel Hermann
Wir veröffentlichen es hier mit Zustimmung von Rana.

Hier weitere Geschichten.